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Schlechtes Mailen

Kommen wir nun zu der eigentlichen Frage: Warum ist das vernüntige Mailen mit vielen Leuten so schwierig oder kaum möglich? Warum werden lieber unzuverlässige Messenger wie ICQ benutzt, um offline eine Nachricht zu schreiben, die vielleicht gar nicht ankommt, als mal eben eine schöne, klassische E-Mail zu verschicken - die jemand wie ich übrigens (einen vernünftigen Betreff vorausgesetzt) noch Jahre später in seinem sortierten und archivierten Mailverzeichnis wiederfinden kann?
Ich glaube nicht, dass Spam und Viren die Gründe dafür sind. Spam mag das Medium der E-Mail zwar insofern unsicher gemacht haben, als man nicht mehr weiß, ob die eigene Mail nicht aus Versehen im Spamordner des Adressaten landet (die Ausrede funktioniert heutzutage ja immer), dennoch kommen die meisten Mails immer noch sicher und zuverlässig an.

So filtert mein Spamfilter wöchentlich etwa 1.000 Mails als Spam aus, lässt etwa 1.000 Mails übrig, hat dabei eine Erkennugsrate von über 99% und hatte bisher nur ein einziges Mal einen ,,false positive": Dahlmann.net Spam-Statistik

Nein, die Gründe werden vielmehr darin zu suchen sein, dass die Leute
  • zum einen dieses Medium überhaupt nicht mehr zu schätzen wissen
  • und zum anderen - wahrscheinlich auch gerade deswegen - die Funktionen ihrer Mail-Oberfläche überhaupt nicht ausnutzen.

So werden nicht nur keine Unterordner angelegt, in die man den Schriftverkehr wunderbar strukturiert einordnen könnte, es werden erst recht keine Filter genutzt (die auch mancher Webmailer beherrscht), um die Mails mithilfe der Absenderadressen automatisch in diese Ordner einzusortieren, nein, es landet meist alles in der Inbox, in der eine wichtige Mail im Zweifelsfall einfach mit im Müll landet, wenn die Inbox irgendwann aus Verzweiflung komplett geleert wird.

Mail-Bankrott

Technology Review berichtete im Juni 2007, dass immer mehr Leute das Problem mit der überfüllten Inbox einfach lösen, indem sie ihren Kontakten eine Art E-Mail-Insolvenz verkünden. Alle Mails werden anschließend auf gelesen gesetzt oder gelöscht; falls jemand etwas wichtiges geschrieben hat, solle dieser die Mail doch bitte erneut senden.
Technology Review sieht hierin die Problematik der heutigen Informationsflut bestätigt. Diese ist sicherlich vorhanden. Allerdings behaupte ich, dass bei vielen, die diesen radikalen Schritt vollziehen, keine vernünftige Mailfilterung genutzt wird, um Ordnung zu wahren.
Zwar wende auch ich manchmal die Methode an, einen Mailordner komplett auf gelesen zu setzen, jedoch handelt es sich dann um den Ordner einer Mailingliste, in dem sich innerhalb einer Woche mal gut ein paar hundert Mails ansammeln können.

Die Gründe für die Verwaisung der E-Mail befindet sich also meiner Meinung nach zu einem Großteil einfach zwischen Stuhl und Bildschirm.